2015

Landeszeitung vom 22.08.2015

Haushaltssicherung droht: Stadt Barntrup will bei „Batze“ in Alverdissen sparen

Freibadverein soll stärker mit ins Boot / Stadt verbietet Bierverkauf am Kiosk im Alverdisser Freibad

Jens Rademacher am 22.08.2015 um 11:25 Uhr

Barntrup-Alverdissen. Die Stadt Barntrup wird wohl vom kommenden Jahr an in die Haushaltssicherung gehen müssen. Das bedeutet: noch mehr sparen. Dabei rückt das Freibad in Alverdissen in den Fokus. Kämmerer Uwe Schünemann macht sich keine Illusionen: „Wir werden aller Voraussicht nach mit dem Haushalt 2016 die Notwendigkeit haben, ein Haushaltssicherungskonzept vorzulegen“, sagte er im LZ-Gespräch. Zwar steigen die Schlüsselzuweisungen von 770.000 auf 2,5 Millionen Euro, doch das reiche nicht aus. Es gebe beispielsweise einen Steuereinbruch. „Ein Haushaltsausgleich ist nicht absehbar“, sagte Schünemann. Deshalb machen sich die Politik und Verwaltung Gedanken über weitere Sparmöglichkeiten – etwa beim Freibad Alverdissen. Jobst-Dieter Rodewald-Tölle (CDU) verwies auf den Auftrag der Gemeindeprüfungsanstalt, die Stadt solle über die freiwilligen Leistungen nachdenken. „Allen ist klar, dass wir uns zwei Bäder nicht mehr leisten können.“ Zwar sei das Alverdisser Bad sehr gut besucht – die Verwaltung zählte dort seit Anfang Juli rund 4.000 Besucher –, doch ist der Betrieb ein Zuschussgeschäft: Im vergangenen Jahr kostete es die Stadt fast 76.000 Euro. Auf Antrag der CDU soll es nun Gespräche mit dem Alverdisser Freibadverein geben – mit den Zielen der „dauerhaften Konsolidierung im Bereich der Freibäder“ und der Erhaltung des Alverdisser Bads. Im Sport- und Vereinsausschuss gab es am Donnerstagabend ein einstimmiges Votum für diesen Weg. Die Formulierung, das Alverdisser Freibad solle in die Trägerschaft des Vereins übergehen, wurde aus dem Beschlusstext genommen. Andreas Wilde (SPD) hatte betont: Seines Wissens könne sich der Fördervereins-Vorstand nicht damit anfreunden, künftig als Träger zu fungieren. Nach den Worten von Rodewald-Tölle gibt es grundsätzlich zwei Modelle: Einmal wird die Immobilie dem Förderverein übertragen, und dieser bekommt Zuschüsse – so könnte ihm das Wasser kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Modell Nummer zwei: Der Förderverein wird verantwortlicher Betreiber. Details sind aber noch völlig offen und sollen nun in weiteren Gesprächen mit dem Verein geklärt werden. Dabei soll laut Rodewald-Tölle auch besprochen werden, ob der Verein „das stemmen kann“. Wilde plädierte dafür, sich in den Nachbarkommunen umzuschauen. Ziel der SPD sei, das Bad auf Dauer zu erhalten, sagte Wilde. Es gebe keine andere Möglichkeit, als den Verein einzubinden, sagte Rodewald-Tölle. „Sonst ist das Bad zu.“ In Belle beispielsweise laufe das Freibad seit Jahrzehnten unter Regie eines Fördervereins. Ihm sei aber auch klar, dass dieser dafür eine nicht gerade kleine Summe erwirtschaften müsse. Der Freibad-Förderverein will nun mit Politik und Verwaltung verschiedene Möglichkeiten ausarbeiten, wie dessen Vorsitzender Florian Schalofsky, der LZ sagte. „Ich denke, wir werden wesentlich mehr Verantwortung übernehmen müssen.“ Der Verein sei dankbar, wenn Bürger sich mit ihren Ideen einbringen wollen, sagte er.

Kontakt: batze@alverdissen.net

Alkoholverbot im Freibad irritiert die Politiker

Stadt verbietet Bierverkauf am Kiosk in Alverdissen

Seit Anfang Juli gilt im Freibad Alverdissen ein Alkoholverbot. Das hat für Diskussionen im Sport- und Vereinsausschuss gesorgt – beziehungsweise für Irritationen, wie es Andreas Wilde (SPD) formulierte.

Die Stadtverwaltung hatte das Verbot erlassen – nach einem Vorfall, wie es im Ausschuss hieß. Wie dieser Vorfall ausgesehen hat, blieb zunächst unbeantwortet. Ein Aushang im Freibad weist jedenfalls auf das Verbot hin. Dreh- und Angelpunkt der aktuellen Debatte ist die Frage, ob die Badeordnung den Verkauf von Bier am Kiosk zulässt. Unstrittig ist, dass kein Alkohol mit ins Bad gebracht werden darf. Doch am Kiosk konnten Gäste bislang beispielsweise Bier kaufen.

Dass das jetzt nicht mehr erlaubt ist, sei überraschend und zu einem ungünstigen Zeitpunkt gekommen, sagte Florian Schalofsky, Vorsitzender des Freibad-Fördervereins, der LZ. Er nannte die Angelegenheit „verwunderlich“: „Uns ist kein Vorfall bekannt.“ Die Umsätze des Kiosks dürften spürbar zurückgehen.

Wie Wilde sieht auch Jobst-Dieter Rodewald-Tölle (CDU) den Verkauf am Kiosk durch die Badeordnung gedeckt. Sein Fraktionskollege Wilfried Düwel wehrte sich „energisch“ dagegen, dass „wir jahrelang gegen die Badeordnung verstoßen haben sollen. Wir haben uns immer an die Regeln gehalten.“ Er habe für das Verbot kein Verständnis, zumal es über die Jahre keine Probleme gegeben habe. Der Ausschuss habe 2001 die Badeordnung erarbeitet und sich bewusst für den Weg entschieden, Bier in der Alverdisser Batze nur über den Kiosk zu verkaufen. Das ermögliche auch eine Steuerung.

Die Frage, ob das Regelwerk das Verbot hergibt, wird jetzt rechtlich geklärt. Sven Teutrine (SPD) mahnte an, das müsse schnell geschehen – „sonst ist die Badesaison vorbei“. Von der Stadtverwaltung gab es in der Sitzung keine nähere Stellungnahme zu dem Thema. Bürgermeister Jürgen Schell war gestern Nachmittag nicht mehr erreichbar.

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